Schurkes Sicht der Dinge

Frühling fetzt

Schurkes Sicht der Dinge
01.03.2019

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Frühling!!!! Was für ein schönes Wort. Ihr habt keine Ahnung, wie sehr ich den Frühling liebe, denn endlich werde ich diese ganzen zotteligen Locken los. An die drei Stunden dauert die Tortur. Und glaubt nicht, dass sie es leicht dabei mit mir hat. Es gibt da nämlich ein paar Stellen an mir, die möchten so gar nicht berührt werden. Nein, nicht die, an die Ihr jetzt denkt. Na gut, die auch ein bisschen. Es sind meine Pfoten, besonders die vorderen. Was für ein Kraftakt, mich immer wieder ihren Händen und der Schere zu entziehen. Mittlerweile schneidet sie meine Pfoten zuallerletzt. Kluge Entscheidung! Denn oft bin ich dann so müde, dass ich im Stehen eingeschlafen bin.

Wie auch immer, der Frühling fetzt und nach der Tortur kann ich ihn auch in all meiner üppig vorhandenen Schönheit genießen. Besonders, wenn sie mit mir in den Küstenwald geht. Ich liebe es einfach, in Höchstgeschwindigkeit zwischen den Bäumen hindurch zu jagen und die Hänge zum Wasser hinunter zu pesen. Ich weiß, ich soll das nicht, aber es macht einfach so unglaublich viel Spaß. Und wenn sie endlich die steile Treppe am Langenberg unten ist, stehe ich schon wieder schwanzwedelnd oben an der Kliffkante und erspähe das nächste kleine Abenteuer.

Der Weg nach Hause führt oft am Ufer entlang bis zu Golzens Strandhütte. Sie legt sich dort noch ein wenig in einen dieser seltsamen Strandkörbe und genießt die Sonne. Ich gönne mir ein Stück Käse aus Golzens Kühlschrank und nehme meinen Platz an ihrer Seite ein. Eigentlich gar nicht so übel, die Zweibeiner, bis der Nächste um die Ecke schaut und ich dieses bedrohliche „Oh, ist der süß“ vernehme. Nichts wie weg!