Und nu? Dieses Coronadings wieder.

Auf vielfachen Wunsch melde ich mich auch mal wieder zu Wort und opfere meinen faulen Sonntagnachmittag für Euch. Obwohl ich den dringend bräuchte, denn die letzten Monate hatten es in sich. Die ganze Arbeit und die vielen Zweibeiner in der Manufaktur haben ihre Spuren hinterlassen. Ich hatte von morgens bis abends zu tun, musste Anweisungen geben, Mails beantworten, Pakete packen, Bestellungen machen, Sticken, Drucken, Bügeln und und und. Ohne mich läuft da gar nichts. Und wenn ich dann endlich Feierabend hatte und meines Weges schlenderte, Menschen über Menschen.

Alles meins!

Das Interessante an der Bäderarchitektur sind ja wohl die Gartenzäune. Ihr habt keine Ahnung, welch unglaubliche Geschichten es mancherorts für meine sensible Nase zu lesen gibt. Erst neulich muss das Fräulein Trixi aus dem fernen Berlin der Villa Oppenheim einen Besuch abgestattet haben. Dass sich die Dame in anderen Umständen befindet, wird ihr Herrchen wohl noch ziemlich überraschen. Sie jedenfalls interessierte das wenig. Statt sich sittsam zu geben, versprühte sie ihren betörenden Duft die Promenade entlang bis zur Villa Staudt. Glücklicherweise zerrte mich das andere Ende der Leine dann Richtung Seebrücke und der Schwindel ließ langsam nach.

Sommer und die Sache mit dem Hundestrand

Hört mir auf mit Sommer! Was für eine unendlich anstrengende Jahreszeit ist das denn bitte!? Schon am frühen Morgen strecken sich mir am Strand fremde Köpfe und Hände entgegen. Ständig höre ich dieses grauenvolle „Och, ist der süß“. Dabei will ich doch einfach nur meine Ruhe. Und wenn ich mich dann aufrege, ist es auch wieder nicht richtig. Also suche ich lieber das Weite und stürze dabei kopfüber in eines der unzähligen Löcher, die irgendwelche Minizweibeiner gebuddelt, aber nicht wieder zugemacht haben. Irgendwann breche ich mir noch mal die Knochen.

Frühling fetzt

Frühling!!!! Was für ein schönes Wort. Ihr habt keine Ahnung, wie sehr ich den Frühling liebe, denn endlich werde ich diese ganzen zotteligen Locken los. An die drei Stunden dauert die Tortur. Und glaubt nicht, dass sie es leicht dabei mit mir hat. Es gibt da nämlich ein paar Stellen an mir, die möchten so gar nicht berührt werden. Nein, nicht die, an die Ihr jetzt denkt. Na gut, die auch ein bisschen. Es sind meine Pfoten, besonders die vorderen. Was für ein Kraftakt, mich immer wieder ihren Händen und der Schere zu entziehen. Mittlerweile schneidet sie meine Pfoten zuallerletzt. Kluge Entscheidung! Denn oft bin ich dann so müde, dass ich im Stehen eingeschlafen bin.

Schneeklumpenzeit

Winter, hm, auch so eine Sache. Einerseits bin ich heilfroh, den Strand ohne Euch nervige Zweibeiner genießen zu können, andererseits ist es einfach schweinekalt. Ich weiß auch nicht, warum ich immer in aller Herrgottsfrühe über die Düne geschleift werde. Wenigstens hat sie im vergangenen Winter gemerkt, dass ich keine fünf Lagen Fell mehr auf der Haut habe, nur weil es kalt draußen ist, und dass ich mir nett gesagt den Schwanz abfriere. Jetzt bin ich stolzer Besitzer eines weinroten Rentierpullis, mit Rollkragen versteht sich. Darüber trage ich eine graue Weste mit Kapuze. Ich liebe sie! Und wenn Ihr jetzt glaubt, es gibt einen cooleren Hund als mich am Strand von Usedom, seid Ihr sowas von auf dem Holzweg.

Wenn es denn sein muss

Na super! Jetzt hat sie sich auch noch in den Kopf gesetzt, dass ich hier munter meine Gedankenwelt preisgebe, dabei hat der liebe Gott uns Hunde nicht ohne Grund sprachlos gemacht. Und das ist auch gut so, denn niemand kennt mehr Geheimnisse von Euch Zweibeinern als wir. Im Gegenzug dazu bekommen wir in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Eure Liebe zu spüren - was, wenn ich ehrlich bin, recht angenehm ist. Jedenfalls solange die Liebe von dem Zweibeiner kommt, den wir zu unserem persönlichen Begleiter ernannt haben.