Morgens am Meer

Sonntag, 21. Februar 2021

inselverliebt Usedom

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Einen schönen Sonntag vom abgeriegelten Eiland. Seit 9. Februar ist die Einreise in unseren Landkreis  und damit auch auf die Insel nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. Bisher hatte man wohl auf die Eigenverantwortung der Menschen gesetzt und geglaubt, dass ein mahnendes Fingerheben ausreicht. Und dann waren am vergangenen Wochenende die Strände mit Menschen übersät. Klar, so ein Naturschauspiel mit Schnee, Eis und Sonne am Strand lockt. Anfangs setzte ich noch auf Einheimische, musste aber schnell feststellen, dass das Gro der Leute Tagentouristen waren. Die Empörung und der Aufschrei der Insulaner war in den letzten Tagen unüberhörbar. Der Inzidenzenwert liegt seit Wochen weit über den 150,  immer wieder gibt es Ausbrüche in Kitas und Kliniken, Bekannte und Verwandte erkranken, und die Menschen tummeln sich auf abgesperrten Seebrücken, plauschen auf Eisbergen und fahren gemeinsam Schlittschuh auf zugefrorenen Seen. 
Dieses Wochenende ist es anders. An den Zufahrten zur Insel wird genauestens kontrolliert. Wenn kein Notfall oder beruflicher Grund vorliegt, endet die Reise an der Brücke in Zecherin oder Wolgast. Am Strand sieht man wenige und größtenteils bekannte Gesichter. Und Dankbarkeit. Denn auch wir Usedomer lechzen nach Normalität, nach offenen Hotels, Geschäften und Restaurants. Wir wissen aber auch, dass es jetzt Durchhalten heißt, damit der ganze Zirkus bald ein wirkliches Ende hat und nicht nur eine Pause vor der nächsten Welle, die ja jetzt schon ihre Fühler ausstreckt.
Passt auf Euch auf und übernehmt Verantwortung für Euch selbst, Eure Mitmenschen und alles, was Euch lieb und teuer ist.